Mein alkoholfreier Sommer

Ich habe beschlossen, im Sommer keinen Alkohol zu trinken. Bestimmt schockiert euch diese Enthüllung bis ins Knochenmark und ihr könnt unmöglich glauben, dass Michael „Bitte noch ein Glas Wein!“ Buchinger je auf Alkohol verzichten würde, doch es ist die Wahrheit: Ich, der Junge, der sich oft fragt, warum es in Krankenhäusern keine Bar gibt – bin nun schon in meiner zweiten Woche der Alkoholabstinenz.

Meine Logik dabei ist folgende: Die Sommermonate sind ob ihrer Hitze unheimlich anstrengend. Da ich mich bereits bei 25 Grad Celsius in eine langsame, extrem unter der Sonne leidende Katze verwandle, die sich am liebsten ihr neues Zuhause im Gefrierfach einrichten möchte, scheint es mir vernünftig, den Alkohol – der sich ja bekanntlich schlecht mit Hitze verträgt – zu reduzieren.

Doch hat man sich über Jahre hinweg einen Ruf als Schnapsnase aufgebaut, ist es gar nicht mal so leicht, diesen hinter sich zu lassen. Erzähle ich meinen Freunden also, dass ich nichts trinke, habe ich das Gefühl, als würde ich ihnen offenbaren, dass ihre Lieblings-Eisdiele diesen Sommer nicht geöffnet hat. Sie sind fassungslos: Was? Warum? Wir hatten doch immer solchen Spaß. Sich bei 30 Grad gemeinsam in denselben Mülleimer übergeben ist nicht meine Vorstellung von Spaß, Bianca!

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Der Fluch des Biolehrers

Als ich noch die Schule besuchte, hatte ich einen Biologie-Lehrer, der meinen inneren Hypochonder Woche für Woche mit neuen Infos zu Krankheiten fütterte. „Wenn wir gestresst sind, ist unser Immunsystem stark“, leitete er eines Tages seine Schauergeschichte ein, „aber sobald wir auch nur eine Sekunde entspannen können, werden wir krank, krank, krank!!“ Bei jeder Wiederholung des Wortes „krank“ schlug er mit der offenen Handfläche so stark auf den Tisch, als würde er diesen zerstören wollen. Ich war absolut baff und spürte bereits, wie das Fieber in mir stieg.

Seitdem ist es, als hätte mein Lehrer einen Fluch über mich gelegt, weil ich damals in seiner Stunde mit Vorliebe Mode-Magazine gelesen habe: Kaum komme ich nach Monaten des Uni-Stresses zur Entspannung, verwandle ich mich fast augenblicklich von einem hektischen Studenten in einen kränkelnden, wehmütigen Mann. Wenn ich sehe, wie meine Freunde ihre ersten Frühlings-Selfies auf Instagram posten, kann ich mich nicht davon abhalten, die warnenden Worte „Genieße deine Gesundheit, solange du sie noch hast… *hust-hust*“ als Kommentar darunter zu setzen.
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Der Insta-Schein trügt!

Als Möchtegern-Blogger passiert es mir nicht selten, dass ich auf Events eingeladen werde, auf denen die halbe deutschsprachige Bloggerszene anwesend ist. Inmitten von gepflegten Fashionistas kam ich mir die ersten Male oft so deplatziert vor, wie Marilyn Manson im Disneyland. Zumindest bis zu dem Tag, an dem ich Tina kennenlernte.

Tina ist eine Bloggerin aus Österreich. Für tausende ihrer Leser ist sie das, was Oprah für mich ist: Eine absolute Göttin und Anführerin einer sektenähnlichen Bewegung. Ihren Instagram-Account schmücken Bilder einer sauberen, makellosen Wohnung, in der – anders als bei mir zuhause – von Haarknäueln keine Spur ist. Sie lebt ein Ideal, das ich wohl in meinem ganzen Leben nie erreichen werde.
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Zurück zum Ursprung

Letzte Woche schlugen mir meine Eltern vor, sie für ein paar Tage auf eine kroatische Insel zu begleiten. „Ein vikend auf der otok ist sicher opušteno für uns alle!“, sagte meine Mutter, die seit einiger Zeit Kroatisch lernt und mir das Gefühl gibt, ich würde zweisprachig aufwachsen, obwohl ich nur die Hälfte ihrer Wörter verstehe. Kurzerhand willigte ich ein: Gestresst von meinem stetig vibrierenden Handy und unzähligen E-Mails lechzte ich geradezu danach, ein paar Tage auf einer Insel zu verbringen, auf der „WIFI“ ein absolutes Fremdwort ist.

Nach einer langen Autofahrt, während der ich Sätze à la „Die Stadt ist nichts für mich – ich gehöre in die NATUR!“ öfter verwendete, als ich an dieser Stelle zugeben möchte, kamen wir nachts im Haus am Meer an. Erschöpft trat ich ein und betätigte den Lichtschalter, um festzustellen, dass dieser, wie alle anderen Stromquellen, nicht funktionierte. Schon bald dämmerte mir, dass dieses Haus in etwa so viel Elektrizität hatte, wie ich Überlebensfertigkeiten in der Wildnis: Absolut gar keine.
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Michis Festival-Survival-Guide

Es ist verrückt: Obwohl ich mir bereits im Alter von 16 Jahren vorgenommen habe, definitiv keine Festivals mehr zu besuchen, breche ich meinen Vorsatz (ähnlich wie den guten alten Vorsatz, mich endlich in einem Fitness-Studio anzumelden) Jahr für Jahr. Auch 2017 konnte ich einfach nicht widerstehen – wie schon im Jahr 2014 verschlägt es mich auf das Melt Festival, wo das Line Up aus Bilderbuch, MØ, M.I.A. und vielen anderen einfach zu gut ist, um nicht hinzugehen.

Pssst: Am Ende dieses Beitrags könnt ihr sogar 1 x 2 Tickets für das Melt gewinnen.
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