Et tu, Simon? Oder: Lasst mir bitte meine Wochenenden!

Ich möchte euch gerne unterschwellig darauf hinweisen, dass ich in letzter Zeit sehr viel Stress hatte: Abgabetermine, Autogrammstunden, Lesungen und Video-Drehs füllten meinen Terminkalender, wie es vor einem halben Jahr noch Brunch-Dates taten. Ich will hier gar keinen dieses „Ich bin so gestresst“-Blogger-Gejammers bringen, bei dem ich meinen Stress als Statussymbol sehe – im Gegenteil, ich beneide jeden, der seine Quality Time mit Freunden und Familie nicht erst in einem Google Doodle koordinieren muss und würde sofort mit dieser Person tauschen!

Mittlerweile bin ich zum Glück relativ gut darin, meinen Stress in den Griff zu bekommen. Sport, Schlaf und vor allem die Heilighaltung meiner Wochenenden helfen mir enorm. Es mag schon sein, dass ich in letzter Zeit so viele Termine hatte, als wolle ich damit im Guinness-Buch der Rekorde verewigt werden, aber jeden Freitag um Punkt 18 Uhr startete ich mit einem erleichterten Raunen und einem überdimensionalen Glas Wein in das Wochenende, wie jedes normale Arbeitstier, das insgeheim davon träumt, das Land zu verlassen und sich ein völlig neues Leben in Ungarn aufzubauen.
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Ich reagiere immer über, wenn mir jemand auf Instagram entfolgt

Ob ich eine Person mag oder nicht, mache ich mit Vorliebe davon abhängig, ob sie mir auf Instagram folgt. In einem mühsamen aber notwendigen Prozess wähle ich die „Abonnenten“-Liste des jeweiligen Opfers aus und suche darin nach meinem eigenen Instagram-Namen – michibuchinger. Dass mein Handy alt und langsam ist macht diesen Moment besonders nervenaufreibend und einem haarsträubenden Staffelfinale von „Austria’s Next Topmodel“ nicht unähnlich.

Während dieses Vorgangs fühle ich mich meistens – ich gebe es ja zu – unfassbar armselig. Hoffnungsvoll nachzusehen, ob eine Person mir auf Instagram folgt, gibt mir das gleiche Gefühl wie damals beim Schulsport, als ich völlig naiv hoffte, mal nicht als letzter, sondern vielleicht als vorletzter oder gar vorvorletzter gewählt zu werden – für gewöhnlich ohne Erfolg. Die Erwartungen sind hoch und meistens werde ich enttäuscht.

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Der Morgen nach der Party

Je älter ich werde, desto schwieriger wird es für mich, Party zu machen. Es scheint mir, als wäre für eine erfolgreiche Partynacht mittlerweile eine schier unmögliche Konstellation an Dingen notwendig, die in ihrer Wahrscheinlichkeit einem Lotto-Sechser gleicht: Ich muss am Vortag gut geschlafen, am nächsten Tag nichts geplant und generell Lust haben, Alkohol zu konsumieren als wäre ich ein Pirat aus dem 19. Jahrhundert.

Abende wie diese sind heutzutage in etwa so selten, wie ein gemeinsamer Auftritt der Spice Girls: Einmal in drei Jahren ist es so weit. Doch freudig darf ich euch berichten, dass erst letztens wieder genau so ein Abend war. View Full Post

SOS, ich verwandle mich in meine Eltern!

Immer, wenn Freunde meine Mutter kennenlernen, weisen sie mich im Nachhinein darauf hin, dass meine Mama und ich nahezu dieselbe Person sind. Wir teilen uns eine Vorliebe für Wein, kaufen ständig unabsichtlich die gleichen Bücher und wurden an einem Tag, an dem ich schlecht geschlafen hatte (was mich scheinbar 30 Jahre altern ließ!) sogar auf der Straße miteinander verwechselt.

Diese Vergleiche gehen mir ein bisschen auf die Nerven. Ja, meine Mutter ist absolut toll, aber sobald meine Freunde sie kennenlernen, sind sie fest davon überzeugt, dass ich nicht Michael, sondern „Romy 2.0“ bin: Ein Ableger meiner Mutter, der nicht mehr ist als die Lady Gaga zu ihrer Madonna. View Full Post

Mein Leben als Fashion-Blogger

Es ist ein gängiger Irrtum um meine Person, dass ich mich brennend für Mode interessiere. Nur, weil ich einen Blog betreibe und einmal im Jahr 2013 ein Outfit getragen habe, das drei Leute als „cool“ bezeichneten, halten mich 90% der Menschen in meinem Umfeld nun für einen „Fashion Blogger“ und wollen wissen, was ich von der neuen Givenchy-Kollektion oder „Peplum“ als Modetrend halte.

Die Wahrheit ist: Mode ist mir wirklich nicht so wichtig. Bis vor Kurzem dachte ich, dass Balenciaga und Baklava ein und dieselbe Sache sind. Meinen aktuellen Kleidungsstil würde ich als „Ich ziehe gerade um und all meine gute Kleidung ist bereits in den Umzugskisten!“ bezeichnen. Manchmal beneide ich Gefängnisinsassen, weil sie sich nicht jeden Tag aufs Neue überlegen müssen, was sie anziehen. View Full Post