Ein Geschenk von mir an mich

 

Ich liebe Online-Shopping und ich fühle mich auch ganz schlecht deswegen. Als halbwegs schlauer Mensch, der auf Französisch bis 10 zählen kann, verstehe ich, dass es blöd von mir ist, Großkonzerne im Internet anstatt die „kleinen Läden nebenan“ zu unterstützen. Ich habe auch wirklich ein schlechtes Gewissen und schlafe deshalb nachts so unfassbar schlecht, als hätte ich mir vor dem Bett einen Liter Kaffee gegönnt. Und dennoch bestelle ich Artikel aus dem Internet, als würde ich mich auf die Apokalypse vorbereiten.

Natürlich könnte ich meine Vorliebe fürs Online-Shopping damit rechtfertigen, dass ich soziale Interaktion hasse. Es ist mir unangenehm, in einen Laden zu gehen, die tausend Fragen der Verkäuferin zu beantworten und dann eine Hose anzuprobieren, nur um festzustellen, dass ich darin Bozo dem Clown gleiche.
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Born to be mild – Michis milde Nächte!

„Was ist bloß aus mir geworden?“ fragte ich mich, als ich eines Freitags zur Primetime völlig erschöpft in meinem Bett lag und mich bemühen musste, um nicht einzuschlafen, bevor der Täter in „Mord ist ihr Hobby“ entlarvt worden war. Ich bin 23 und ich bin sicher, es gibt Tage, an denen meine liebe Großmutter in ihrer edlen Seniorenresidenz spannendere Abende hat als ich.

Jeder, der mich kannte, als ich 16 war, wird euch sagen, dass ich eine wahre Spaßkanone war, die regelmäßig und mit Vorliebe gegen die „Nicht mit Alkohol mischen!“-Warnung auf Red Bull-Dosen rebellierte. An einem guten Wochenende ging ich damals auf ganze drei Partys – heute sehe ich es als einen Triumph an, wenn es mir gelingt, einmal im Monat bis 1 Uhr wachzubleiben.
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Mein alkoholfreier Sommer

Ich habe beschlossen, im Sommer keinen Alkohol zu trinken. Bestimmt schockiert euch diese Enthüllung bis ins Knochenmark und ihr könnt unmöglich glauben, dass Michael „Bitte noch ein Glas Wein!“ Buchinger je auf Alkohol verzichten würde, doch es ist die Wahrheit: Ich, der Junge, der sich oft fragt, warum es in Krankenhäusern keine Bar gibt – bin nun schon in meiner zweiten Woche der Alkoholabstinenz.

Meine Logik dabei ist folgende: Die Sommermonate sind ob ihrer Hitze unheimlich anstrengend. Da ich mich bereits bei 25 Grad Celsius in eine langsame, extrem unter der Sonne leidende Katze verwandle, die sich am liebsten ihr neues Zuhause im Gefrierfach einrichten möchte, scheint es mir vernünftig, den Alkohol – der sich ja bekanntlich schlecht mit Hitze verträgt – zu reduzieren.

Doch hat man sich über Jahre hinweg einen Ruf als Schnapsnase aufgebaut, ist es gar nicht mal so leicht, diesen hinter sich zu lassen. Erzähle ich meinen Freunden also, dass ich nichts trinke, habe ich das Gefühl, als würde ich ihnen offenbaren, dass ihre Lieblings-Eisdiele diesen Sommer nicht geöffnet hat. Sie sind fassungslos: Was? Warum? Wir hatten doch immer solchen Spaß. Sich bei 30 Grad gemeinsam in denselben Mülleimer übergeben ist nicht meine Vorstellung von Spaß, Bianca!

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Der Fluch des Biolehrers

Als ich noch die Schule besuchte, hatte ich einen Biologie-Lehrer, der meinen inneren Hypochonder Woche für Woche mit neuen Infos zu Krankheiten fütterte. „Wenn wir gestresst sind, ist unser Immunsystem stark“, leitete er eines Tages seine Schauergeschichte ein, „aber sobald wir auch nur eine Sekunde entspannen können, werden wir krank, krank, krank!!“ Bei jeder Wiederholung des Wortes „krank“ schlug er mit der offenen Handfläche so stark auf den Tisch, als würde er diesen zerstören wollen. Ich war absolut baff und spürte bereits, wie das Fieber in mir stieg.

Seitdem ist es, als hätte mein Lehrer einen Fluch über mich gelegt, weil ich damals in seiner Stunde mit Vorliebe Mode-Magazine gelesen habe: Kaum komme ich nach Monaten des Uni-Stresses zur Entspannung, verwandle ich mich fast augenblicklich von einem hektischen Studenten in einen kränkelnden, wehmütigen Mann. Wenn ich sehe, wie meine Freunde ihre ersten Frühlings-Selfies auf Instagram posten, kann ich mich nicht davon abhalten, die warnenden Worte „Genieße deine Gesundheit, solange du sie noch hast… *hust-hust*“ als Kommentar darunter zu setzen.
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Der Insta-Schein trügt!

Als Möchtegern-Blogger passiert es mir nicht selten, dass ich auf Events eingeladen werde, auf denen die halbe deutschsprachige Bloggerszene anwesend ist. Inmitten von gepflegten Fashionistas kam ich mir die ersten Male oft so deplatziert vor, wie Marilyn Manson im Disneyland. Zumindest bis zu dem Tag, an dem ich Tina kennenlernte.

Tina ist eine Bloggerin aus Österreich. Für tausende ihrer Leser ist sie das, was Oprah für mich ist: Eine absolute Göttin und Anführerin einer sektenähnlichen Bewegung. Ihren Instagram-Account schmücken Bilder einer sauberen, makellosen Wohnung, in der – anders als bei mir zuhause – von Haarknäueln keine Spur ist. Sie lebt ein Ideal, das ich wohl in meinem ganzen Leben nie erreichen werde.
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